Tuba Sarica
Integration · Islamkritik · Weltgeschehen

06.05.2018

#freetheDeutschenfeindlichkeit

Na prima! Wieder einmal hat es die politische Mitte geschafft, den Elefant im Raum zu ignorieren, panisch auf den Verweis auf ihn zu reagieren und die Kritik an ihm im Keim ersticken zu lassen: die Deutschenfeindlichkeit.

Wieder einmal spricht die AfD die Deutschenfeindlichkeit als einzige an, und in der Bundestagsdebatte zum entsprechenden AfD-Antrag fällt den anderen Abgeordneten nicht mehr dazu ein, als auf sie einzudreschen.
Die Wähler beobachten die absolute Ablehnung der Altparteien, sich wenigstens mit dem Thema auseinanderzusetzen und schwups, geht ihre Sympathie wieder an die [i]AfD
.
Was ist aus dem festen Vorhaben des letzten Wahlkampfes geworden, die Wähler nicht ins Netz der Populisten laufen zu lassen? So jedenfalls bekommen wir die AfD NICHT aus dem Bundestag.

Zu schön war das Szenario, als Deutscher mit einem deutschtürkischen Journalisten in Erdogans politischer Willkürhaft mitzufiebern. So tragisch und bedauernswert die Situation der Türkei gerade ist – es hätte kein romantischeres Szenario für die deutsch-deutschtürkischen Beziehungen geben können. Und das ist keine Ironie. Ich habe noch nie verstanden, weshalb Menschen glauben, die Ironie sei ein Stilmittel intelligenter Leute. Sie langweilt mich.

Auch ich hätte gerne das coole Hashtag #freeDeniz gepostet und ich hätte mir sogar das rührende Bild mit ihm und seiner Frau als Poster an die Wand gehängt, denn bei politischer Romantik bin ich sofort dabei! Doch damit hätte ich die 15-jährige Tuba verraten, die gefühlt alleine dasaß und um eine untergehende Demokratie trauerte, während keine deutschtürkische Menschenseele etwas dagegen tat – erst recht kein Deniz Yücel.

Es steht doch außer Frage, dass jeder, aber auch wirklich jeder, selbst die AfD nach eigenen Aussagen, den Umstand begrüßt, dass Yücel aus der Haft entlassen wurde. Die Freude daran muss man sich ja auch nicht nehmen lassen und sie darf, denke ich, für sich selbst stehen.
Gleichzeitig sollte man jedoch auch keinen Rückzieher machen, wenn es darum geht, zu thematisieren, dass selbst Menschen, die als Vorbilder für Integration gehandelt werden, jahrelang dazu beigetragen haben, dass die Parallelgesellschaft so groß werden konnte und Erdogan so erfolgreich.

So habe ich mir durchaus ein klein wenig ins Fäustchen gelacht, als eine dieser deutschtürkischen Personen der Öffentlichkeit, die Erdogan verharmlost haben, von ihm verhaftet wurde.

Das ist es wohl auch, was Yücel meint, wenn er im Einzelgespräch mit Maybrit Illner sagt, er sei Erdogan fast dankbar, dass er ihm diese Erfahrung geschenkt hat. Er habe gesehen, "dass diese Gesellschaft Journalismus braucht, kritischen Journalismus braucht."

Nun ja. Es gab Zeiten, da hätte ich ihn gebraucht, den kritischen Journalismus, die scharfe Satire und Haltung bei den deutschtürkischen Journalisten, Comedians und Politikern des Landes.

Damals war Herr Yücel aber noch damit beschäftigt, Texte darüber zu schreiben, warum die Türkei (mit Erdogan) in die EU aufgenommen werden sollte, und einen satirischen Text über Deutschland zu verfassen.

Auch Cem Özdemir, der in der Bundestagsdebatte seinen Glanzmoment hatte, schwafelte damals u.a. in einem Video seiner Partei noch, Deutschland solle die Türkei, sofern sie die Kriterien erfüllt, bezüglich eines EU-Beitrittes nicht hinhalten. Beide Seite müssten aufeinander zugehen, bla bla bla. Das war 2010. Damals hatte Erdogan seine Leute, also die Islamisten der Fethullah Gülen Sekte, schon in die Schalt- und Waltstellen der Politik und Wirtschaft geschleust.

Und Serdar Somuncu tat es der Masse seiner Landsleute gleich, als er 2011 in einer Sendung von Markus Lanz gefragt wurde, ob Sarrazin denn, von seiner absurden Genetik-Theorie mal abgesehen, nicht ein wenig recht habe, wenn er sage, die Deutschtürken würden sich gar nicht integrieren wollen. Der Comedian jammerte daraufhin erst einmal ausgiebig darüber, wie schwer es doch sei, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, und wirft den Deutschen pauschal Rassismus vor: „Man kann dieses Thema Integration sehr oberflächlich besprechen. Wenn Sie möchten, können wir ein bisschen ins Detail gehen. Das Thema Integration fängt nicht heute an und hört nicht morgen auf. Das läuft schon seit 40, seit 50 Jahren und es läuft gehörig schief. In meiner Kindheit, Sie haben was sehr Gutes gefragt, haben wir darum kämpfen müssen, anerkannt zu werden. Ich wollte auf eine deutsche Grundschule gehen, mein Vater ist dem Direktor an den Hals gegangen, damit ich's tun konnte, weil unser Lehrer uns ausgesiebt hat nach Haarfarben und gesagt hat 'Drei Dunkle – Ihr kommt in 'ne eigene Klasse. Da könnt ihr eure eigene Sprache sprechen.' Heute nennt man's Parallelgesellschaft, die wir Türken am Anfang gar nicht wollten. Man hat uns in Ghettos verfrachtet, wo wir unter uns waren, weil das die einfachste Lösung war. Und jetzt hat sich dieser Berg gehäuft und jetzt wird uns vorgeworfen, wir könnten kein Deutsch, was vollkommener Schwachsinn ist. Sie gehen ja auch nicht in 'ne Dönerbude und sagen 'Can you give me a portion of that turning thing there'. Der Türke versteht Sie. Und das ist so oberflächlich, so vereinfacht thematisiert und instrumentalisiert für politische Ziele, die mit wirklicher Toleranz nichts zu tun haben, dass ich entweder total sauer werde oder auf Durchzug schalte.“
Noch in derselben Sendung bezeichnete der Absender dieses 0-8-15-Gejammers sich selbst als „unangenehmen Künstler“, der wolle, dass seine „Kunst aneckt und sagt: „Kunst, die Angst hat, ist 'ne sehr schlechte Kunst, weil sie sich anbiedert und den Leuten in den Arsch kriecht“. Hm.

Nachdem die deutschtürkische „Journalistin“ neben ihm, Hülya Özkan, ähnliches Geschwafel von sich brachte, muss dem geistreichen „Satiriker“ ihr und sein eigenes Gejammer etwas peinlich geworden sein, sodass er sicherheitshalber noch erwähnt, dass er die Türken nicht zum Opfer machen wolle. Aber achten Sie einmal darauf: Somuncus Türkei-Kritik kommt nie ohne gleichzeitiges Gejammer über Deutschland oder Europa aus. Dieser „Künstler“ bekommt es nicht hin, einfach mal auszuhalten, dass die Verantwortung für das Integrationsproblem in erster Linie bei den Türken selber liegt.

Auf der Suche nach einer Beschreibung dessen, was genau mich an den deutschtürkischen „Vorbildern“ stört, habe ich gerade ein Heftchen aus meinen Germanistik-Studienunterlagen rausgefischt. Es ist aus dem Seminar „Ethik und Moral im Journalismus; Presserecht, Medienrecht“, gehalten von Manfred Höffken, langjähriger Journalist. Und da steht es, auf einem Merkblatt, das Herr Höffken uns am Ende des Seminars mitgegeben hat: „Als Journalist haben Sie eine besondere Verantwortung der Gesellschaft gegenüber.“ Außerdem steht da: „Sie sind durch ihre Wächterfunktion ein Garant für eine aufgeklärte, humane, demokratische Gesellschaft.“

Ich war 15, als die AKP in die türkische Regierung kam. Und ich habe mit meinen 15 Jahren schon erkannt, was in den nächsten Jahren alles kommen würde: Langsam aber sicher würde Erdogan seine Tentakel über alle politischen Organe legen, ganze Medienhäuser aufkaufen, die Türkei in den Krieg ziehen, die Todesstrafe einführen wollen und alle einbuchten, die ihm nicht passen.
Ich habe das nicht so früh erkannt, etwa weil ich ein junges Genie war, sondern, weil es für einen türkisch sprechenden Menschen wie mich völlig ersichtlich war, dass dieser Mann gerade die Steine für den schleichenden Umsturz der türkischen Demokratie legt. Es war ein offenes Geheimnis. Man brauchte sich nur ein im türkischen Sprachraum vielgeteiltes YouTube-Video von einer Rede Erdogans aus der Zeit vor seiner Amtszeit als Ministerpräsident anhören, in der er den demokratischen Grundsatz „Alle Macht geht vom Volke aus“ eine riesengroße Lüge nennt. Sie gehe von Allah aus. Und: „Man kann nicht sowohl laizistisch als auch muslimisch sein. Du bist entweder muslimisch oder laizistisch. Wenn beide zusammenkommen, stoßen sie sich regelrecht ab, wie zwei Magnetpole. Es ist nicht möglich, dass beide miteinander sind.“
Gleichzeitig war für jeden sich halbwegs für das Thema Integration interessierenden Deutschtürken mit auch nur einem Fünkchen Haltung ersichtlich, dass die Parallelgesellschaft eine Deutschenfeindlichkeit pflegt, die Erdogan nach einiger Zeit auch aufgreifen würde.

Sie, die deutschtürkischen „Vorbilder“, waren genau wie ich, der türkischen Sprache mächtig und wussten, anders als ihre deutschen Kollegen, vom versteckten Hass gegenüber dem Westen, den Erdogan schürt, und dass die Deutschenfeindlichkeit der Parallelgesellschaft, der Hauptgrund für ihre problematische Integrationssituation ist. Aber alle haben sie geschwiegen und einfach nicht die Zähne auseinanderbekommen. Sie haben ihre Öffentlichkeit und den Wissensvorsprung, den Sie hatten, nicht nur nicht dazu genutzt, um etwas zu verändern, sondern aktiv dazu beigetragen, dass der Deutschtürke auch ja in seiner Komfortzone bleiben darf. Menschen wie Yücel haben die Parallelgesellschaft in ihrem Deutschenhass nur noch weiter genährt.

Zurück zum TAZ-Text "Super, Deutschland schafft sich ab!", auf den Yücel und die politische Mitte gerade nicht angesprochen werden möchten, weil da nun mal Sätze drin stehen, wie: „Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite“, „Im Interesse der deutschen Sprache können die Deutschen gar nicht schnell genug die Biege machen“, und „Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal“.

Das sei Satire, heißt es, was das Gegenüber, in die Falle tappen und in der Behandlung als Dumpfbacke die Gegenbehauptung aufstellen lässt, das sei keine Satire. Dabei geht es nicht darum, ob „Super, Deutschland schafft sich ab“ Satire ist oder nicht, denn von der reinen Form her ist es das sicherlich. Es wird jedoch der Eindruck erweckt, dass der Text ironisch gemeint sei, was heißen würde, der Text sei eine Liebeserklärung an Deutschland – in der linksorientierten TAZ. Natürlich! Nicht, dass das undenkbar wäre, aber die TAZ veröffentlicht offenbar systematisch lauter „satirische“ Texte, die NICHT deutschenfeindlich gemeint sind, u.a. die Texte einer iranischen Autorin namens Hengameh Yaghoobifarah, z.B. mit dem Titel "Deutsche, schafft Euch ab!" – denen kann's wohl nicht schnell genug gehen. Yaghoobifarah nennt die Deutschen in ihrem Text die Kartoffeln, so wie es in der deutsch-muslimischen Parallelgesellschaft üblich ist. Die Kartoffeln seien u. a. bitter und ignorant und hätten nicht aus den Fehlern ihrer Vergangenheit gelernt, weil sie keine muslimischen Klos und Feiertage befürworten. Sie selber seien die größte Problemgruppe. „Sie schaffen sich selber ab. Ich hoffe, sie beeilen sich.“ (Vielen Dank an den wunderbaren Herrn Dr. Füllmann, Germanist an der Uni Köln, für den Verweis auf diese Autorin!)

Was passiert nun, wenn die Ironie wegfällt? Dann bleibt die Kritik übrig. Satire ist Kritik. Yücel übt in seinem Text Kritik an Deutschland – das ist erst einmal festzuhalten. Die Übertreibungen sind ein Stilmittel, aber keine Ironie.

Da ich mich mit meiner Haltung zu Yücel scheinbar völlig im Abseits befinde, habe ich zur Sicherheit meine Dozenten vom Institut für deutsche Sprache und Literatur an der Uni gefragt, wie sie den Text einschätzen. Dr. Stefan Börnchen machte mich darauf aufmerksam, dass es ja eine kritisch-gebrochene Deutschlandliebe wie die von Heinrich Heine sein könne. Heine schrieb nicht nur literarische Texte, in denen Deutschland schlecht wegkommt, sondern sind auch in Briefen des jungen Dichters Dinge zu lesen, wie: „Alles, was deutsch ist, ist mir zuwider... Alles Deutsche wirkt auf mich wie ein Brechpulver...“ und „Ich hätte nie geglaubt, dass jene Bestien, die man Deutsche nennt, eine so langweilige wie auch bösartige Gattung seien“. Die arabische Welt hingegen diente Heine als Kontrastwelt zu der bösen deutschen Welt: „Sobald meine Gesundheit wiederhergestellt ist, werde ich Deutschland verlassen und nach Arabien gehen, [...]“. Dort werde er als Hirte ein menschenwürdigeres Leben führen, so Heine weiter.

So sehr ich Herrn Dr. Börnchen für sein unglaubliches Wissen bewundere und an der Uni aus Ehrfurcht vor so viel geballtem Wissen bei gleichzeitigem Charisma nervös wurde, wenn ich ihm begegnete: Heine hat im 19. Jahrhundert gelebt. Damals haben noch Fürsten regiert und sich über die Religion legitimiert, sodass Bürger sich ggf. darin bestärkt fühlten, Menschen u.a. jüdischer Herkunft wie Heinrich Heine zu diskriminieren. Mit seiner Kritik hat Heine eine Schieflage in der Gesellschaft artikuliert, für die es laut bpb erst 1879, also über 20 Jahre nach der Lebenszeit Heines (1797-1856) einen Begriff gab: den Antisemitismus. Heine war also ein Vordenker. Auf welche bisher unausgesprochenen gesellschaftlichen Missstände genau möchte uns Yücel mit seiner Satire aufmerksam machen?

Nun ging es Heine in seiner Deutschlandkritik offensichtlich nicht allein um die undemokratischen Zustände, sondern meckert er, wie Menschen heute noch, etwa über die Langeweile, die Deutschland zu einem schlechten Land mache und die angeblich hölzerne Sprache. Heine hatte aber wenigstens die Größe, seine eigenen Zeilen im Nachhinein zu reflektieren. Das deutsche Wort sei, so Heine, "ein Vaterland selbst demjenigen, dem Torheit und Arglist ein Vaterland verweigern."

Deniz Yücel ist wie es aussieht selbst nach 367 Tagen Knast keinen Deut schlauer geworden. Nach Illners Frage an Yücel, was er nach seiner Freilassung noch an Merkel kritisiere, stellt sich heraus, dass er noch immer glaubt, die Türkei mit Erdogan sei zu Anfang „in eine demokratische Richtung“ gegangen. So weit geht die Ahnungslosigkeit Yücels, um nicht zu sagen Boshaftigkeit. Bezüglich meiner deutschtürkischen Verwandtschaft, die dasselbe denkt, war ich nämlich bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass man so dumm doch nicht sein kann.

Darf man aufgrund demokratischer Zustände keine Kritik mehr an Deutschland üben? Doch, das sollte man sogar, jedoch bitte mit einem Stückchen mehr Dankbarkeit Autoren wie Heine gegenüber, die den demokratischen Nationalstaat Deutschland verlangt haben, in dem wir frei leben dürfen und der vielleicht doch nicht so schrecklich ist, wie ständig impliziert.
Darf ein Deutschtürke generell weniger Kritik an Deutschland ausüben? Natürlich darf und sollte er Kritik an dem Land üben, in dem er lebt, vor allem wenn er sich als Teil dieser Gesellschaft fühlt und somit für seinen Fortschritt mitverantwortlich ist.

Aber einem deutschtürkischen „Journalisten“, der, anders als ein Teenager, nicht in der Lage war zu erkennen, dass Erdogan alles andere als demokratische Ziele hatte, und der sich in einer Zeit, in der die Deutschenfeindlichkeit innerhalb der deutschtürkischen Community allgegenwärtig, berufsübergreifend und vor allem unerkannt war, dazu entschieden hat, als der Eintausenunderste beim allgemeinen Deutschland-Bashing mitzumachen, traue ich keine Heinesche kritische Deutschlandliebe zu. Heine hätte das heutige Deutschland gefeiert. Die Entscheidung eines Journalisten darüber, was man als Erstes angeht, ist ein Statement für sich.

Was ist die Politik, aber vielmehr noch, was sind der Journalismus und die politische Satire wert, wenn sie ihre Wächterfunktion für eine aufgeklärte, humane, demokratische Gesellschaft nicht erfüllen? Politik und Gesellschaft wurden aufgrund der konspirativen Vorgehensweise der Erdogan-Regierung, also der aktiv verborgenen islamistischen Ziele hinter einem modernen Äußeren und aufgrund der Sprachbarriere, lange hinters Licht geführt. Gebongt. Aber die Deutschtürken? Sie haben es gewusst und haben Deutschland und Europa bewusst nicht gewarnt. Ich höre oft „Erdogan ist ja erst seit den Gezi-Protesten undemokratisch geworden,“ – da sträuben sich bei mir die Nackenhaare. Nein, Erdogan war schon, weit bevor er Ministerpräsident wurde, ein niederträchtiger Islamist.

Da sämtliche deutschtürkischen Personen der Öffentlichkeit, seien es Comedians, Journalisten oder Politiker, trotz ihres Wissensvorsprungs erst notgedrungen damit angefangen haben, Erdogan und die Fremdenfeindlichkeit der Parallelgesellschaft wenn auch nur halbwegs in den Mittelpunkt ihrer Kritik zu stellen, nämlich als es in Mode gekommen ist (und wenn etwas in Mode gekommen ist, dann ist es meistens zu spät), haben sie in meinen Augen ihre Daseinsberechtigung als Politiker, Journalisten und Künstler verloren.

Deniz Yücel hat 2011 in seinem Text seinem Deutschenhass freien Lauf gelassen. Davon bin ich als Deutschtürkin, die weiß, wie normal diese Deutschenfeindlichkeit innerhalb des deutschtürkischen Kulturkreises ist, wie status- und berufsübergreifend, überzeugt.
Ich würde gar nicht mal von der Regierung in letzter Instanz verlangen, sich von einem Text zu distanzieren. Schließlich sind einem die Hände gebunden, wenn sich jemand hinter der Kunst versteckt und sie als Schutzschild missbraucht. Jedoch wäre es schön gewesen, wenn wenigstens eine einzige Person im Bundestag außerhalb der AfD-Fraktion gesagt hätte, dass dieser Text mindestens geschmacklos war.